Interview von Martin Wolter (Kulturgipfel)

Liebe Frau Hagel geben Sie unseren Freunden und Lesern bitte einen kurzen Einblick in ihr derzeitiges künstlerisches Schaffen.

Derzeit übe ich sehr viel, beschäftige mich mit dem Einstudieren neuer Partien und bereite mich auf neue Engagements vor. Zudem widme ich mich voll und ganz meinen Schülerinnen und Schülern. Neben Gesangsprofis, Semiprofis und motivierten Amateuren begleite ich momentan eine begabte, junge Frau die sich derzeit intensiv auf ihr Gesangsstudium vorbereitet.

Wie kamen Sie zur Musik und speziell zum Gesang, zur Oper und Operette?

Ich war durch mein Elternhaus in dieser Hinsicht bereits positiv vorgeprägt. Meine Eltern sind beide Musiker und in mir wuchs bereits früh das Interesse an der Bühne. Mein Kindheitstraum war es Tänzerin zu werden, als richtungsweisend stellte sich jedoch bald meine Teilnahme am Kirchenchor heraus. Hier setzte sich der damalige Chorleiter besonders für meine Förderung ein. Kurze Zeit später erhielt ich dann bereits Gesangsunterricht, der mir immer besonderen Spaß machte. Ich wurde im Vergleich zu manch anderen nie von meinen Eltern in irgend eine Richtung gedrängt, konnte mich vollkommen frei entfalten und meinen Weg finden.

Worin liegt für Sie der Zauber – oder vielleicht besser gesagt, dass Geheimnis der Musik?

Ich habe schon als Kind gespürt, dass in der Musik etwas ganz besonderes verborgen ist. Etwas das mich tief im Innersten mit ihr verbindet, mehr noch, mit ihr verwurzelt. Ich schöpfe aus der Musik, dem Gesang eine unheimliche Kraft was durch die Atmosphäre der Bühne zudem noch verstärkt wird. Ich möchte das Publikum an dieser besonderen Kraft teilhaben lassen. Ich habe nicht den Drang, wie dies heute einige Regisseure haben, den Alltag, die ganzen Probleme, das Straßenleben auf die Bühne zu bringen. Künstler haben meiner Meinung nach doch schließlich eine Berufung, die gerade in schwierigen Zeiten darin liegt, den Menschen ein schönes, unvergessliches Erlebnis zu bieten. Die Leute wollen mitgenommen werden, ihren Emotionen freien Lauf lassen, die Welt draußen auch einmal vergessen dürfen.

Der große Dichter Victor Hugo sagte einmal folgendes über die Musik:
„Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“
Was ist Ihre Meinung zu diesem Zitat?

Dem gibt es absolut nichts hinzuzufügen!

Welche Art von Musik hören Sie gerne in ihrer Freizeit und welche Veranstaltungen besuchen Sie, wenn Sie nicht selbst auf der Bühne stehen?

Besonders mag ich Domingo, Thomas Hampson und Barbara Frittoli aber ich besuche auch gerne privat Opernaufführungen, natürlich interessiere ich mich in dem Zusammenhang auch dafür was die Kolleginnen und Kollegen so tun. Es macht mir Freude zu sehen wie sie sich weiterentwickeln und Neues ausprobieren. Pop, Swing – speziell Interpreten wie Roger Cicero oder Michel Bublé, früher auch Whitney Housten sind Künstler deren musikalisches Talent ich sehr Schätze. Überhaupt schätze ich Sänger die durch sicheren Stil und wirkliches Können beeindrucken.

Welche Erfolge innerhalb ihrer bisherigen Karriere zählen Sie zu den größten?

Ich habe im Laufe der Zeit wirklich sehr viele schöne Erlebnisse gehabt, da gab es einige Highlights. Glücklicherweise musste ich aus künstlerischer Sicht, bisher nie wirkliche Katastrophen überstehen. Das Gesamte ist für mich eigentlich der große Erfolg meines bisherigen Schaffens.

Gibt es für Sie ein Stück – bzw. eine Partie die Sie besonders gerne singen?

Diese Frage habe ich schon sehr häufig gestellt bekommen. Aber nein, die gibt es nicht. Ich habe sehr viele schöne Partien gesungen und möchte mich da nicht auf eine einzelne festlegen. Persönlich liegen mir die italienische und die französische Oper sehr, gerne möchte ich zukünftig noch viele weitere Partien aus dem reichhaltigen Reportoire großer Komponisten wie bspw. von Mozart, Verdi und Puccini singen.

Haben Sie einen Tipp für Berufsanfänger oder junge Menschen, die gerne ans Theater gehen möchten oder als Musiker arbeiten wollen?

Nun „Tipp“ klingt immer so nach Rezept, also einen solchen habe ich nicht. Raten möchte ich allerdings zu einer fundierten Ausbildung. Zudem sind Disziplin und der wirkliche, eigene Wille neben einem soliden Handwerkszeug absolut unerlässlich für einen gesicherten beruflichen Werdegang auf der Bühne und in der Musik. Natürlich gehört neben dem Talent auch immer eine ordentliche Portion Glück dazu. Man muss es eben schaffen zum richtigen Zeitpunkt, am richten Ort mit den richtigen Leuten zusammenzutreffen.

Was halten sie in diesem Zusammenhang von den derzeit medienwirksam vermarkteten Castingshows im Bezug auf den Einstieg junger Leute in eine berufskünstlerische Zukunft ?

Ich sehe diese Shows eher kritisch. Das meiste was hier geboten wird bzw. zu dem die Teilnehmer/Innen hingeführt werden ist bloßes Nachahmen. Viele wissen auch nicht auf was sie sich da wirklich einlassen, werden nicht richtig an die Materie herangeführt und unterschätzen den übergroßen Druck der damit verbunden ist. Sicherlich gibt es auch die andere Seite. Durchaus gibt es junge Talente, die neben ihrer wirklichen Begabung auch diszipliniert genug sind und mit gerade einmal 16 Jahren ein enormes stimmliches- und gesamtkünstlerisches Potential an den Tag legen, welches unbedingt gefördert werden sollte.

Als erfolgreiche Konzert- und Opernsängerin arbeiten Sie nun schon seit ca. fünf Jahren mit dem Kulturgipfel zusammen. Geben Sie unseren Freunden und Leserinnen bitte einen Kurzen Einblick, wie Sie zum Kulturgipfel kamen und was diese Zusammenarbeit auszeichnet?

Eigentlich kam ich dazu wie die Jungfrau zum Kinde. Nach einem sehr erfolgreichen Vorsingen bei der Konzertagentur für die Besetzung der Pamina in der Zauberflöte, wurde ich vom Fleck weg für mehrere Aufführungen der beliebten Mozartoper engagiert. Seit dem arbeite ich sehr erfolgreich mit dem Kulturgipfel zusammen. Das schöne ist, dass ich mir stets aussuchen kann an welchen Konzerten und Aufführungen ich mich beteiligen möchte, zudem selber Variationsmöglichkeiten bei der Arrangierung habe, mich eben wirklich selber als Künstlerin einbringen kann und eben nicht nach „Schema-F“ arbeiten muss. Es ist rundum ein ideales Zusammenspiel.

Abschließend möchte ich Sie noch um ein persönliches Schlusswort, um einen Gruß an unsere Freunde und Leser bitten.

Geht mehr in Konzerte, hört mehr Musik, macht selbst Musik und singt, denn Singen ist gesund und macht glücklich!

Herzlichen Dank.

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